22 | 02 | 2012

Jahrestagung des BDB Baden-Württemberg

18.10.2011
 

Die Jahrestagung startete am ersten Tag mit der Fachtagung der Stadt- und Kreisbaumeister und Bauverständigen. Nach der Devise „Vorsprung durch mehr, besseres, vertieftes Wissen" legte die diesjährige Tagung den Schwerpunkt auf aktuelle Fragen rund um den Brandschutz im Bauordnungsrecht.

Die gemeinsame Fachinformationsveranstaltung mit dem Ministerium für Verkehr und Infra-struktur Baden – Württemberg hat bereits Tradition. In diesem Jahr informierte OBR, Bernd Gammerl vom MVI-BW als ausgewiesener Experte über die Systematik der Brandschutz-regelungen im Bauordnungsrecht und die wichtigsten Regelungen im Verfahrensrecht. Gammerl gab aus dem Blickwinkel des vorbeugenden Brandschutzes wichtige, neue Informationen zur Versammlungsstätten-Verordnung, zur Brandverhütungsschau, der Arbeitsstätten-Verordnung, über Rettungswege, Flächen für die Feuerwehr und Anforderungen an Neubauten und an bestehende Gebäude.

ehrung hr. erbNach der Mittagspause hatten die Tagungsbesucher die Qual der Wahl, denn drei interessante Fachexkursionen standen zur Auswahl. Unter fachlicher Führung konnten entweder das Rheinkraftwerk Iffezheim, die Architektur in Bühl oder das Museum Burda erkundet werden. Um 17 Uhr fanden sich schließlich alle wieder zum Beginn der Jahreshauptversammlung im Runden Saal des Kurhauses ein, der nun bis zum letzten Platz belegt war. Der Andrang war so groß, so dass noch einige Gäste vor den offenen Saaltüren Platz nahmen, um die Veranstaltung zu verfolgen. Als politische Vertreter nahmen der Oberbürgermeister der Stadt Baden-Baden, Wolfgang Gerstner, und Ministerialrätin Monika Mundkowski-Bek vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft an der Veranstaltung teil. Durch die grün-rote Regierungsneubildung haben sich die Zuständigkeitsbereiche radikal verändert, deshalb gestaltete es sich diesmal schwierig, ein Mitglied der Landesregierung oder ein maßgebliches Mitglied des Ministeriums als Ehrengast zur Jahrestagung zu bekommen. Der BDB-BW baut darauf, dass dies im nächsten Jahr anders sein wird.
Präsident Helmut Zenker ließ in seiner Rede das vergangene Jahr Revue passieren, ging aber auch auf anstehende politische Fragen ein. Zunächst erinnerte er an die überaus erfolgreiche Jubiläumsveranstaltung und die „Stuttgarter Baumeister-Erklärung 2010", die bundesweite Beachtung erfahren hatte. Der BDB-BW habe zahlreiche Gespräche mit Politikern, mit Abgeordneten, Ministern und Beamten geführt. Im Wesentlichen sei es dabei um die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die berufliche Arbeit von Architekten und Ingenieuren gegangen. Die besonderen politischen Gesprächsthemen waren: Die Konsequenzen aus der Novellierung des Architektengesetzes, das Scheitern wesentlicher Anliegen aus dem Ingenieurgesetz und dem Ingenieurkammergesetz. Weitere Gespräche mit dem BDVI und dem BTB sind für das kommende Jahr geplant. Zum Stichwort „Europa" machte der Präsident deutlich, dass die europäischen Richtlinien gesetzesgleiche Vorgaben sind, die die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtend zu beachten hätten. Dies bedeute, dass Deutschland die EU-Richtlinien in nationale Gesetze umsetzen müsse. Die Folge sei ein unübersichtliches Gewirr von Rechtsbestimmungen, die Architekten und Ingenieure zu beachten hätten, wenn sie im eigenen Land und in anderen Bundesländern ihrem Beruf nachgehen.

leymann 1Da der BDB-BW erfolgreich „vernetzt ist", kamen viele Vertreter von befreundeten Institutionen zur Jahreshauptversammlung und dankten dem BDB für seine breite, berufspolitische Basisarbeit. So überbrachte Prof. Dr. Ing. Stephan Engelsmann als 1. Vizepräsident die Grüße der Ingenieurkammer Baden-Württemberg, Prof. Dipl. Ing. Rudolf Kleine tat dies für die Architektenkammer und Dipl. Ing. Hans Georg Wagner sprach für den BDB-Bundesverband.

Dipl.-Ing. Heinz Leymann, Vizepräsident des ZBI und Vorsitzender der Ingenieure für Kommunikation (IfKom) wies auf die Bedeutung des ZBI als Dachverband hin, der breit gefächerte Ingenieurdisziplinen eint und ihre gemeinsamen Interessen gegenüber der Politik vertritt. Die gemeinsame Verpflichtung der Mitgliedsverbände des ZBI gilt dem Wohlergehen der Ingenieure. Leymann sieht im Hinblick auf das intelligente Haus der Zukunft mit immer mehr Informations- und Kommunikationstechnik Überlappungen mit dem BDB.

Nachdem Prof. Dr. Christoph Ewert, Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft, dem Publikum mit seinem Vortrag amüsant und anschaulich „Lust auf Leistung" gemacht hatte, folgte als letzter Höhepunkt die Ehrung langjähriger Mitglieder: Insgesamt wurden 273 verdiente Mitglieder, die 2010 oder 2011 ihr Jubiläumsjahr hatten (davon waren über 80 persönlich nach Baden-Baden angereist), geehrt. 13 von ihnen wurden sogar für ihre 60jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Die Verleihung der Ehrennadel ist ein sichtbares Zeichen des Dankes und der Verbundenheit für engagierte, verbandstreue BDB-Mitglieder.
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