22 | 02 | 2012

Abschlussbezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ für Abschlüsse der beruflichen Bildung aufgeben

24.01.2011

Die KFBT fordert die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern auf, ihre Pläne zur Vergabe der Abschlussbezeichnungen „Bachelor Professional" und „Master Professional" für die von ihnen vergebenen höheren Abschlüsse der beruflichen Bildung aufzugeben. Immer wieder lassen einzelne Kammern und ihre Dachverbände verlautbaren, dass sie für ihre Abschlüsse der beruflichen (Weiter-) Bildung die Abschlussbezeichnungen „Bachelor Professional" und „Master Professional" vergeben wollen, um die Berufschancen der Absolventinnen und Absolventen ihrer Ausbildungsgänge, z. B. zur/zum Fachwirt/in oder zur/zum Meister/in vor allem im internationalen Bereich zu verbessern.
Wir besitzen in Deutschland ein in dieser Form einmaliges und bewährtes System zweier einander ergänzender Ausbildungswege: Die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung und die gestufte akademische Ausbildung. Dieses System würde abgewertet und unübersichtlich, wenn die im Bologna-Prozess gemäß den Strukturvorgaben der Kultusministerkonferenz für Hochschulabschlüsse vorgesehenen Grade „Bachelor" und „Master" auch für berufliche Qualifikationen verwendet würden.
Die verwirrende Zunahme der Abschlussbezeichnungen wäre von großem Nachteil. Auch ein auf Zeugnissen für solche Qualifikationen enthaltener Hinweis, dass es sich nicht um einen Hochschulabschluss handele, sondern nur um eine englische Übersetzung bzw. um eine Hilfe, um die Einordnung der mit dem Abschluss erworbenen Kompetenzen in den Deutschen Qualifikationsrahmen oder in das European Qualifications Framework zu erleichtern, trüge nur zur Verwirrung bei; dies gilt umso mehr, als mit einer Einstufung in ein solches Rahmenwerk keinerlei Berechtigungen hinsichtlich Vergütung und Zugang zu höher eingestuften Bildungsgängen verbunden ist.
Die KFBT ist die bundesweite Dachorganisation der Fachbereichstage. Sie vertritt 18 Fachbereichstage der Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW), die in einzelnen Fachgebieten (z. B. Ingenieurwissenschaften, Informatik, Sozialwesen) mehr als die Hälfte aller Hochschulabsolventen hervorbringen.
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