UteZeller mit prvwIm Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg war der BDB im Sinne seiner Mitglieder und des gesamten Berufsstandes aktiv unterwegs. Ziel war es, die berufspolitischen Anliegen unserer Disziplinen frühzeitig und wirksam in der politischen Agenda zu verankern. Planerinnen und Planer sowie Geodätinnen und Geodäten brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, praxistaugliche Regulierung und ein Planungs- und Genehmigungssystem, das handlungsfähig macht. Ebenso braucht es eine Bau- und Infrastrukturpolitik, die Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit nicht als Nebensache behandelt.

Eine treibende Kraft dieser Aktivitäten war Ute Zeller, Präsidentin des BDB Baden-Württemberg und Vizepräsidentin des ZBI. Sie nutzte verschiedene Formate im Kontext des Wahlkampfes, um die Perspektiven des Berufsstandes sichtbar zu machen und Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger direkt anzusprechen. Denn gerade in Wahlkampfzeiten werden Schwerpunkte gesetzt, Narrative geprägt und Programme geschärft. Wer hier nicht präsent ist, riskiert, dass zentrale Fragen zu Planung, Baukultur, Infrastruktur und Vermessungspolitik ohne die Expertise derjenigen verhandelt werden, die tagtäglich Verantwortung für das Gemeinwesen tragen.

Den Auftakt bildete der CDU-Bundesparteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart. Der Parteitag stand dezidiert im Zeichen der Themen Infrastruktur und vor allem des Wohnungsbaus. Gleich mehrere Anträge, darunter auch der Leitantrag des Präsidiums, widmeten sich dem Themenfeld Bauen und Wohnen. Von Vorschlägen zum Gebäudetyp E bis hin zu Forderungen nach einer grundlegenden Neuausrichtung der Regelwerke, einschließlich der Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz und mögliche Nachfolgemodelle, war die Debatte bemerkenswert baupolitisch geprägt. Selten wurde so deutlich, dass die großen Aufgaben unserer Zeit, die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, die Modernisierung der Infrastruktur und die energetische Transformation des Gebäudebestands, ohne Planungskompetenz, ohne Vermessungsexpertise und ohne eine leistungsfähige Bauverwaltung nicht lösbar sind.

Insgesamt 1.001 Delegierte und 1.000 nationale und internationale Gäste und Pressevertreter waren auf dem Bundesparteitag in der Messe in Stuttgart vertreten. Präsidentin Ute Zeller (BDB-BW) begleitetet den Parteitag als Gast.
Auf dem Parteitag wurde zunächst der Bundesvorstand gewählt und Parteivorsitzender Bundeskanzler Friedrich Merz wurde mit einem Ergebnis von 91,2% als Parteivorsitzender bestätigt. Mit einem besonderen Applaus wurde Angela Merkel begrüßt.

Mit einem Grußwort für Deutschland und Europa setzt Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) starke Akzente für ein handlungsfähiges Europa. „2026 ist entscheidend, wir werden eine wirkliche europäische Verteidigungsunion umsetzen und unsere Soziale Marktwirtschaft in einer stürmischen Welt zukunftsfest  zu machen“, so Fraktionschef der EVP Weber.

Bei einem Gespräch mit Manfred Weber stellte Ute Zeller den Berufsverband Bund Deutscher Baumeister vor und brachte zentrale Themen ein, darunter den Klimabauplan, die Digitalisierung mit BIM sowie das Sondervermögen Infrastruktur.
Manfred Weber, der 1996 seinen Abschluss als Dipl.-Ing (FH) in physikalischer Technik in München abschloss, sein eigenes Unternehmen im Bereich Umwelt-, Qualitätsmanagement und Arbeitssicherheit führte, lobte Zeller für den großartigen Einsatz für den Berufsstand: „Starke Leistung“.

Im Dialog mit Thorsten Frei, Bundesminister und Chef des Bundeskanzleramts, bedankte sich Ute Zeller für das Gespräch im vergangenen November im Kanzleramt und würdigte den konstruktiven Austausch mit Staatsminister Dr. Meister. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand das Thema „Klimaresilienz als Schlüssel für eine wassersensible Siedlungspolitik im Kontext der Städtebauförderung“, das BDB-Präsident Christoph Schild, Ute Zeller gemeinsam mit ZBI-Präsident Wilfried Grunau eingebracht hatten. Thorsten Frei erkundigte sich, welche konkreten Impulse und Ergebnisse das Gespräch im Kanzleramt für die weitere Arbeit des Berufsstandes geliefert habe.

Ein kurzer Austausch mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zum BDB und das Engagement im Ehrenamt. „Das Ehrenamt gehört zu den wertvollsten Stützen einer lebendigen Demokratie. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement“, so Klöckner.

Natürlich war der BDB parteiübergreifend präsent. So besuchte Ute Zeller unter anderem auch eine Wahlkampfveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen in Heidelberg und hatte vor Ort Gelegenheit, sich mit Spitzenkandidat Cem Özdemir und der Co-Vorsitzenden Franziska Brantner auszutauschen. Auch hier machte sie deutlich, dass die großen Aufgaben von Wohnungsbau, Infrastruktur und Klimaanpassung nur mit der Expertise von Planerinnen und Planern sowie Geodätinnen und Geodäten verlässlich zu bewältigen sind.

Text Jan-Simon Kalo, BDB