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ZBI Gespr Olav Gutting MdB 22 11 2018 1 thumbDer Infrastrukturausbau in Deutschland war Gegenstand des Gesprächs des ZBI e.V. (Zentralverband der Ingenieurvereine) mit dem Bundestagsabgeordneten Olav Gutting in Berlin. Gutting ist ordentliches Mitglied im Finanzausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Bundestagsausschuss für Recht und Verbraucherschutz.

Aus der Sicht des ZBI ist die Infrastruktur in der Verkehrs- und Energiewirtschaft in den letzten Jahren vernachlässigt worden. Hier besteht Nachholbedarf. Daher begrüßt der ZBI, dass von Seiten des Staates mehr in den Erhalt und Neubau unserer Verkehrswege investiert wird. Eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur ist nicht nur für Autofahrer wichtig, sondern auch für die Transportwirtschaft und ist ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Ein drängendes Thema ist die Wohnungsknappheit. Angesichts der steigenden Mieten ist der Wohnungsbau anzukurbeln. Es muss mehr gebaut werden. Die Steuerförderung des Mietwohnungsbaus und die vorgesehenen Mittel für den sozialen Wohnungsbau sind erste Schritte, die jedoch nach Auffassung des ZBI nicht reichen werden.

Für Industrie 4.0 benötigen wir eine flächendeckende Breitbandversorgung mit einer hohen Bitrate. Um national sowie global wettbewerbsfähig zu bleiben muss aus der Sicht des ZBI bis zum Jahr 2025 flächendeckend mindestens ein Gigabit pro Sekunde verfügbar sein. Dies ist aus heutiger Sicht nur mit der Glasfasertechnik zu realisieren. Jedes Haus muss an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Ebenso ist es erforderlich, die Glasfaser zu jedem Mobilfunkmast zu verlegen und gleichzeitig mit dem 4G/5G Mobilfunkausbau zu verbinden, damit dieser deutschlandweit flächendeckend und in einem angemessenen zeitlichen Rahmen stattfindet. Hierzu sind enorme Kraftanstrengungen von Seiten der Politik, der Verwaltungen und der Wirtschaft erforderlich.

Große Sorgen bereitet dem ZBI der Ingenieurnachwuchs in Deutschland. Wir haben in vielen Bereichen der Gesellschaft einen großen Mangel an Ingenieurkräften mit negativen Auswirkungen auf unsere Wirtschaft. Gerade auf dem Infrastruktursektor wie Verkehrsinfrastrukturbau (Straße, Schiene und Wasserstraße), Wasserwirtschaft, Energiewirtschaft und Telekommunikation fehlt der dringend benötigte Ingenieurnachwuchs. Viele Vorhaben von grundsätzlicher Bedeutung können nicht begonnen werden, weil nötige Planungskapazitäten fehlen. Aus der Sicht des ZBI müssen daher Voraussetzungen geschaffen werden, damit mehr junge Menschen sich ermutigt sehen, ein Ingenieurstudium aufzunehmen. Weiterhin müssen Besoldung bzw. Gehälter der Ingenieure im öffentlichen Dienst attraktiver gestaltet werden, damit die öffentliche Hand bei der Bestenauslese nicht das Nachsehen hat und der Infrastrukturausbau in Deutschland qualitativ und quantitativ auf der Strecke bleibt.

„Deutschland gilt als Land der Ingenieure,“ so Olav Gutting MdB im Gespräch mit dem ZBI. „Der weltweit gute Ruf unseres Landes hat auch mit den Leistungen vieler Generationen Ingenieure zu tun!“ Der ehrenamtliche Einsatz des Zentralverbands der Ingenieurvereine für die Belange des Ingenieurwesens verdiene Unterstützung, so der direkt gewählte Abgeordnete für den Bundestagswahlkreis Bruchsal-Schwetzingen abschließend.