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marshalling yard 2417461 1280 thumbDie im Verband Deutscher Eisenbahningenieure (VDEI e.V.) organisierten Eisenbahningenieure stellen sich, nach den massiven Forderungen aus Teilen der Politik zur Trennung von Netz und Betrieb, die entscheidende Frage: „Und was soll besser werden ...?“.

Glauben Politiker immer noch, die Bahn könnte noch wirtschaftlicher agieren? Dass das nicht funktioniert sieht man schon allein an der steigenden Verschuldung von fast 20 Mrd. Euro und den täglich zu erlebenden Qualitätsmängeln im Gesamtsystem Bahn. Der VDEI widerspricht den erhobenen Forderungen. Sie lösen keines der aktuellen Probleme, sondern schaffen nur noch zusätzliche. Kein Zug wird dadurch pünktlicher. Keine Brücke weniger marode. Zukunft Bahn geht anders.

Ein Rückblick in die Vergangenheit der Bahnreform zeigt, bereits die Vorgänger vom jetzigen Bahnchef haben die Politik beschworen, den „Integrierten Konzern“ nicht zu zerschlagen und an den Kapitalmarkt zu bringen. Damit einhergehende Synergien des Verbundsystems Bahn wären vernichtet worden. Damals hat es die Politik verstanden, auch wenn der Rentabilitätsdruck weiter anhält. Wozu braucht der Bund beispielsweise eine jährliche Dividende von bis zu 1 Mrd. Euro aus der Bahn?

Nun spaltet die erneute massive Forderung die politische Welt. Die Durchsetzung der Vernunft bedarf jedoch nicht widerlegbarer Fakten:

  • Alle bisher in Europa umgesetzten Trennungen von Betrieb und Netz sind gescheitert, man denke an England (British Rail) mit dem Fazit „vom Börsen- zum Bettelgang“.
  • Das Bahnsystem wird seit Jahren durch eine gezielte Sparpolitik des Bundes gegenüber dem Straßenverkehr benachteiligt. Damit ignoriert die Bundesregierung den Ausstoß von Millionen Tonnen zusätzlicher CO2-Emissionen.
  • Die laut ARD- Magazin „Kontraste“ fehlenden 5.800 Mitarbeitern in betriebskritischen Bereichen der Bahn, kann eine Aufspaltung der Bahn nicht kompensieren, im Gegenteil der Personalnotstand würde zunehmen.
  • Das Sterben der Bahnhöfe: Im Widerspruch zu den Verlautbarungen der Politik macht die Privatisierungseuphorie auch vor den Bahnhofsgebäuden nicht Halt. Bereits jetzt ist die Bahnhofsdichte massiv gesunken. Mit Folgen die jeder Reisende spürt.
  • Kaputtsparen hat Folgen und birgt Risiken. Offenkundig sind vor allem die Risiken in Vergessenheit geraten, die mit der mangelhaften Wartung von Trassen und Zügen einhergehen. Dabei hätte die vom Privatisierungsdiktat geprägte Sparpolitik der letzten Privatisierungswelle nach dem berüchtigten „Radsatzwellenbruch“ im Kölner Hauptbahnhof, längst ein Ende finden müssen.

Der VDEI appelliert an die Entscheidungsträger von Politik und Wirtschaft, einer Trennung von Netz und Betrieb und der damit verbundenen Zerschlagung des integrierten Konzerns entgegenzutreten.