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Grunau Albani BT thumbDer Stellenwert der Fachhochschulen war Thema eines Gesprächs des ZBI-Präsidiums mit dem Bundestagsabgeordneten Stephan Albani (CDU).

Die deutsche Ingenieurausbildung genießt weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Um diesen erheblichen Standortvorteil zu erhalten, muss das Bildungssystem den Herausforderungen der Zukunft noch besser angepasst werden: Es war eines der großen Versprechen der Bologna-Studienreform, als im vergangenen Jahrzehnt europaweit nahezu alle Hochschulabschlüsse in Bachelor und Master umgewandelt wurden. Künftig spiele es keine Rolle mehr, wo jemand seinen Master gemacht hat, ob nun an einer Fachhochschule (= Hochschule für Angewandte Wissenschaften) oder Universität. Allein die Leistung zähle, so der allgemeine Tenor.

Gleichwohl: die Realität sieht anders aus, stellt Wilfried Grunau, Präsident des ZBI fest. Nach wie vor werden die Abschlüsse von Fachhochschulen und Universitäten unterschiedlich gewertet und nach wie vor sind die Grenzen zwischen den Universitäten und den Fachhochschulen trotz vieler gegenteiliger Beteuerungen kaum durchlässig. Und dies hat nicht nur Nachteile für die Fachhochschulen und deren Studierende, sondern bedeutet zugleich auch den Verlust von Potenzial und damit letztlich enorme Schäden für die Volkswirtschaft.

„Um den Innovationsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, muss anwendungsorientierte Forschung, wie sie überwiegend an Hochschulen für angewandte Wissenschaften durchgeführt wird, einen wesentlich höheren Stellenwert bekommen,“ sagte Wilfried Grunau, Präsident des ZBI. „Die Fachhochschulen bieten ein extrem hohes Potenzial und es ist volkswirtschaftlich unverantwortlich, dieses Potenzial nicht zu nutzen.“

Der ZBI fordert daher für die FH-Absolventen die gleichen Berufs- und Karrierechancen wie für Uni-Absolventen und damit das Promotionsrecht für Fachhochschulen.

Die Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaft unterscheidet sich deutlich von der Grundlagenforschung an Universitäten. „Mit dem Promotionsrecht für Fachhochschulen werden die unterschiedlichen Hochschulprofile beider Bildungswege damit vielmehr gestärkt, denn verwässert“, so Wilfried Grunau. Innovative Ansätze zwischen Wissenschaft und anwendungsbezogener Forschung brauchen Freiheiten und attraktive Perspektiven, um sich weiterentwickeln zu können. Ein starres Regelwerk mit begrenzten Möglichkeiten für Absolventen von Fachhochschulen wirkt in diesem Kontext eher kontraproduktiv.

Der Bundestagsabgeordnete Stephan Albani bedankte sich für den guten Austausch machte darauf aufmerksam: „Die Stärkung der Fachhochschulen und der Universitäten ist ein Kernprojekt der Großen Koalition und insbesondere des unionsgeführten Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Mit dem Bund-Länder-Förderprogramm „FHprof“ und den Mitteln des Hochschulpaktes 2020 stehen wir für einen signifikanten Personalausbau an Fachhochschulen. Wir sehen in der Zusammenarbeit von Fachhochschulen und Universitäten bei der Promotion von FH-Absolventinnen und Absolventen eine gute Lösung, die es in Zukunft zu evaluieren und weiter auszubauen gilt.“